Der Staat erbt zu viele Immobilien

Aufgrund der hohen Kosten, die bei einem Immobilienerbe aufkommen, überlassen immer mehr Erben ihren Nachlass dem Staat. Außerdem fallen Fiskalerbschaften an den Staat, wenn das Erbe ausgeschlagen oder kein Erbe ermittelt wird. Dies sorgt jedoch vermehrt zu Problemen.

Mittlerweile ist der Staat der größte Immobilienerbe Deutschlands. So haben die einzelnen Bundesländer bis dato insgesamt gut 10.000 Wohnhäusern und privaten Liegenschaften geerbt. Allein der Freistaat Bayern besitzt über 7.200 Wohnhäuser –  rund 3.800 davon im Alleineigentum, bei den restlichen Immobilien als Miteigentümer.

Diese große Anzahl an Eigentum stellt die Bundesländer vor ein finanzielles Problem, denn der Verkauf dieser Erbschaften bringt den Länderhaushalten lediglich geringfügige Einnahmen. Diesen gegenüber steht ein großer  Verwaltungsaufwand, da  es besonders in ländlichen Gebieten mit Bevölkerungsschwund, schwer ist einen Käufer zu finden.

Durch die rund zwei Millionen leerstehenden Wohnungen und Häuser in Deutschland könnte eigentlich ein großer Teil der Wohnungsproblematik gelöst werden. Eigentlich. Denn die meisten leerstehenden Wohnimmobilien befinden sich in strukturschwachen ländlichen Regionen. Die Wohnungsnot ist jedoch ein Problem in Ballungsgebieten und strukturstarken Regionen. Dies führt dazu, dass besonders die von Staat geerbten Immobilien zu sehr günstigen Preisen verkauft werden müssen – wenn sich ein Käufer findet.

Ausnahmen gibt es dennoch:  In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern wurden bisher keine bzw. sehr wenige Immobilien oder Grundstücke dem Staat überlassen.

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